Herzlich Willkommen in der evangelischen Kirchengemeinde St. Nikolai.

Sie finden uns in der Oberkirche in Cottbus sowie in den umliegenden Dörfern Branitz, Dissenchen und Merzdorf.
Lassen Sie sich einladen zu unseren Veranstaltungen und Gemeindekreisen.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Monatsspruch für den Februar 2019

Ich bin überzeugt, dass dieser Zeit Leiden nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll.  Römerbrief 8,18

Wie kann er so etwas sagen, der Paulus? Einfach so die vielen Leiden und Schmerzen dieser Zeit und die unzähligen Menschen, die sie tragen müssen, ganz leicht zu nehmen, als wäre es nicht so schlimm? Dagegen nützt doch eine ungewisse Aussicht auf eine (eventuell) noch kommende Herrlichkeit gar nichts, oder? Es sei denn, wir lassen uns von dem Wind treiben, der uns ins Gesicht bläst und uns die Geschichte unter die Haut treibt von dem Gott, der das Leben liebt und die Menschen bedingungslos freundlich ansieht.
Und die Geschichte geht so: Er hat sich in dem gekreuzigten Jesus von den Leiden, dem Elend, dem bitterbösen Tod der Vielen treffen lassen. Aber das ist nicht der Crash, der alle Hoffnung vernichtet, sondern der Wind (man kann auch sagen: der Geist Gottes) bläst uns beharrlich das Geschrei zu: Er hat am Leben gegen den Tod festgehalten, er hört überhaupt nicht auf, Menschen anzustoßen: Kommt mit zu meiner Welt – voller Freude, voller Freundschaft, voller Frieden!
Wer sich von diesem Wind treiben lässt, mag die gegenwärtigen Leiden, den Frust, die eigenen und anderen Gemeinheiten, die tobenden Zerstörungskräfte aushalten und wird gleichzeitig in der Seele berührt sein: ER wird wegen Jesus auch an mir und den Vielen seine Lebens- und Friedenskraft entfalten- definitiv. Wann auch immer das zu sehen sein wird, es wird bestimmt leuchtend schön sein, eben herrlich; und die dunklen Dinge werden vergangen sein.
Dietrich Hallmann, Pfarrer i. R.

 

Die Jahreslosung für das Jahr 2019:

"Suche Frieden und jage ihm nach" (Psalm 34, 15)

Suchen und nachjagen - Worte voller Kraft und Leben. Anstrengend auch. Zuversicht braucht es und eine Portion Sicherheit und Vertrauen, dieses suchen und nachjagen. Bewegend ist Suchen und Nachjagen, denn es muß getan werden, braucht Einsatz.

Frieden braucht den ganzen Einsatz, ist Arbeit.

"Schalom" bedeutet "Frieden" und zugleich "vollkommen", ganz und gar" und auch "heil sein" und "wohlbehalten". Da heißt es immer wieder ganz und gar dranbleiben, damit alles wohlbehalten sein kann. GOTT segne es.

Pfarrerin Johanna Melchior

 

Gedanken zum Antependium am Hochaltar der Oberkirche

Am Hochaltar der Oberkirche stehen die Besucher vor seiner gewaltigen Bildsprache, die aus dem Glaubensbekenntnis erwächst. Leben, aus dem Tod auferstanden, steht groß im Mittelpunkt und zieht den Blick auf sich. Der Altar "spricht", erzählt von Hoffnung und GOTT-Vertrauen.

 

Am Altar ist ebenfalls das Antependium zu sehen - und wirkt mit seiner großen und tiefen Aussage. Entstanden in der Nachkriegszeit der 50-ger Jahre geht es auf "zwei Schwestern" zurück. Nähere Umstände liegen noch im Dunkel, Klärungen werden gesucht.

Was sieht der Betrachtende?

Versteckt, unsichtbar und doch deutlich erkennbar begegnet das Entsetzen angesichts des millionenfachen Mordes an Israel in der Nazizeit. Aufgewacht aus jahrhundertelanger ausgrenzender, erniedrigender Haltung gegen Juden wird in das weiße Tuch die neu erwachsende Erkenntnis eingewoben und die Besinnung auf den Ursprung erkennbar. Kirche ist auf das engste mit Israel verbunden. Das Christussymbol des CHIRHO steht auf dem Grund des Davidsternes. So wird das mit - und ineinander der beiden "Glaubensweisen" (Martin Buber) angedeutet.

An den Rändern "fliegen" Schmetterlinge. Sie gelten seit Jahrhunderten als Zeichen der Auferstehung und der damit verbunden gedachten "Verwandlung". So schlagen diese Schmetterlinge den Bogen zur Auferstehungsaussage des Hochaltars. Zugleich aber geben sie der Hoffnung Ausdruck und stehen für den Wunsch nach einem neuen Verstehen, nach einem neuen Verhältnis zu Israel.

Viel Geschichte, viel Hoffnung, viel Auferstehung ist eingewebt in dieses Stück Tuch, das in Ehren ergraut ist. Besucher der Kirche begegnen seinen Gedanken, die Gottesdienstgemeinde wird von diesem besonderen Antependium durch das Kirchenjahr begleitet.

Dankbar lebt und erlebt die Gemeinde St. Nikolai heute die Nachbarschaft mit der Jüdischen Gemeinde.

Pfarrerin Johanna Melchior