28/02/2026 0 Kommentare
Gedanken zum Monatsspruch
Gedanken zum Monatsspruch
# Monatsandacht

Gedanken zum Monatsspruch
Da weinte Jesus. (Joh.11,35 E)
Zu spät gekommen - der Tod bestraft die Lebenden. Das ist eine bitter-traurige Erfahrung. Manch einer/eine musste sie vielleicht schon machen. Kein letztes Wort mehr, keine letzte warme Berührung, kein Abschied von Angesicht zu Angesicht ist mehr möglich. Nichts, vorbei …
Jesus weint – nüchtern, sachlich und so voll tief verborgener Gefühle klingen diese Worte.
Das 11. Kapitel ist einer der wichtigsten Texte im Johannesevangelium. Es geht um Leben, denn es geht auch um Sterben und Tod: Lazarus ist auf den Tod krank … Es geht um treue Freundschaft: Jesus macht sich auf den Weg zu Lazarus und seinen Schwestern Martha und Maria … Es geht um gute und gelebte Nachbarschaft: Die jüdische Dorfgemeinschaft macht sich auf den Weg, um dem Kranken, den Trauernden zur Seite zu sein … Es geht um tiefe Glaubens-Hoffnung, die aus Marthas Worten spricht: Wärest du hier gewesen …
Jesus weint – Seine Trauer übermannt ihn. Auch Zorn bricht sich Bahn angesichts der Trauernden und der alles lähmenden Hoffnungslosigkeit.
Jesus weint – Es ist die Antwort auf Trauer, Sterben und Tod. Jesus verdrängt seine Trauer nicht. Gefühle lassen sich nicht verdrängen, dürfen nicht verdrängt werden. Mit-Gefühl darf schon gar nicht verloren gehen. Jesus weint, die Augen gehen ihm über. Tränen nehmen ihren Weg. Langsam, ganz allmählich wird sich der Blick auch wieder lichten – und lichte Hoffnung darf aufblitzen. Lichte Hoffnung erstrahlt und überstrahlt das Dunkel von Tod und Trauer.
Jesus weint - Trauer muss ausgehalten werden, vielleicht eine lange Zeit. Mag sein, es sind schier unendlich viele Tränen – aber irgendwann … irgendwann …
Bei G´tt ist nichts unmöglich. Davon erzählen die biblischen Geschichten. Und ER wird Tränen auch trocknen …
Jesus weint – wer weint, kann sich trösten lassen und kann dann auch selbst Trost geben.
Pfarrerin Johanna Melchior
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