Gedanken zum Monatsspruch für den Mai

Gedanken zum Monatsspruch für den Mai

Gedanken zum Monatsspruch für den Mai

# Monatsandacht

Gedanken zum Monatsspruch für den Mai

Diese haben wir als einen sicheren und festen Anker der Seele, der in das Innere des Vorhangs hineinreicht.

Ich bin in der Nähe der Elbe aufgewachsen. Meine Kindheit war geprägt von Schiffen, Elbkähnen – ihrem langsamen Vorbeiziehen, ihrem Anlegen, ihrem Warten. Später, als ich regelmäßig am Meer war, kamen die großen Seeschiffe hinzu. Ich beobachtete gern die Häfen, mal voller Leben, mal leer, aber besonders angetan war ich von den Schiffen draußen auf Reede.

Von ihnen habe ich gelernt: Ein Anker ist keine Fessel. Er bedeutet Halt. Ohne Anker wären Schiffe den Stürmen schutzlos ausgeliefert, hin- und hergetrieben, ohne Richtung.

Unser Monatsspruch überträgt eine wohl ähnliche Erfahrung auf unseren Glauben, der einen „Anker der Seele, sicher und fest“ nötig hat. In den Stürmen des Lebens – bei Sorgen, Verlusten oder Unsicherheiten – hält uns dieser Anker nicht einfach nur fest. Er schenkt Ruhe und Hoffnung. Er gibt einen inneren Ort, von dem aus wir standhalten können, ohne uns zu verlieren.

Wie bei den Schiffen draußen auf Reede liegt auch dieser Anker nicht im Sichtbaren. Er greift tiefer. „Er reicht hinein in das Innere hinter dem Vorhang“, heißt es im Hebräerbrief – eine direkte Anspielung auf den Vorhang im Jerusalemer Tempel, der das Allerheiligste verbarg. Welch wunderbares Bild, das zeigt, dass unser Glaube in Gott selbst ankert – in einer Tiefe, die über den Moment hinausgeht und in eine uns noch verborgene Ewigkeit hineinreicht.

Katrin Rebiger, Pfrn.

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